Hallo Leute.
Heute hatte ich einen wirklich seltsamen Traum. Vielleicht kann mir ja jemand wieder so gut helfen, wie beim letzten Mal.
Der Traum fing damit an, dass ich in der Wohnung meines Freundes war. Im realen Leben gibt es diese Wohnung nicht. Und es ist für mich auch etwas schwer sie zu beschreiben. Ich denke, sie war im Stil des Bauhauses. Sie hatte große Fenster und lag im zweiten Stock. Jedoch gehörte ein Gemeinschaftsgarten dazu, in dem sogar ein Whirlpool war.
Ok, das also zu den Randinfos.
In dem Traum wussten wir, dass in dem Schornstein Fledermäuse waren. Ab und an konnte man sie flattern hören. Zu dem Schornstein gab es eine kleine Lucke, damit man ihn in Sonderfällen inspizieren konnte. Mein Freund fing dann einmal eine der Fledermäuse und sie biss ihn schmerzhaft. Aus irgendeinem Grund wollte ich es ihm nachtun. Ich wollte mich an den Fledermäusen rächen. Aber so sicher bin ich mir da jetzt nicht mehr. Jedenfalls schlug ich mit den Handflächen gegen den Schornstein, damit die Tiere aufschrecken. Im Flug bekam ich dann eines zu fassen und holte es aus dem Dunkeln. Aber irgendwas stimmte mit ihm nicht. Im Traum fiel es mir erst sehr viel später auf, auch wenn es mir eigentlich schon bewusst war. Diese Fledermaus war ein kleiner Roboter. Sie hatte hatte nur eine Augenhöhle und in der steckte eine winzige Linse. Jedoch schien diese Linse irgendwie lebendig zu sein. Sie glänzte wie ein kleines, schwarzes Knopfäuglein. Das Tier fixierte mich. Dann wurde ich von Freunden abgelenkt, die uns (meinen Freund und mich) besuchen kamen. Der Fledermausroboter war auf einmal verschwunden. Zusammen mit den Freunden gingen wir in das Wohnzimmer und fingen an ein paar Flaschen zu öffnen und uns einen geselligen Abend zu machen. Irgendwann fiel mir wieder die Fledermaus ein und ich berichtete den Anderen von meinem Fund. Die glaubten mir natürlich nicht und ich ging wieder zu dem Schornstein um erneut eine zu fangen. Ich scheuchte abermals die kleinen Tiere auf und fing eines im Flug. Doch dieses Mal war es eine echte Fledermaus und ich dachte „naja, die Wahrscheinlichkeit eine Roboterfledermaus zu fangen ist ja auch nur bei 13%“. Ich ließ das Tier wieder frei und wurde dann ein bisschen gehänselt. Aber das nahm ich einfach hin und lachte weiter mit den Anderen. Meine Bekannten hatten unangemeldet zwei fremde junge Männer mitgebracht und ihn der Wohnung herrschte stricktest Rauchverbot. Doch diese beiden pufften eine Zigarette nach der anderen. Und zudem kifften sie ständig. Und immer wenn ich an ihnen vorbei ging hauchten sie mir ins Gesicht. Am Anfang war ich noch nachsichtig und sagte ihnen, dass sie das bitte lassen sollen. Denn schließlich bin ich Internatsschülerin und wir werden ab und an auf Drogen getestet. Und wenn ich positiv wäre, würde ich der Schule verwiesen werden. Und besonders so kurz vor dem ABI wäre mir das doch eher unrecht und würde nur unnötig Stress bedeuten. Doch die beiden Fremden ließen es nicht. Immer wieder hauchten sie mir Rauch ins das Gesicht. Und ich wurde immer böser. Dann, als ich in die Küche gehen wollte und sie dort schon wieder am qualmen waren wurde ich regelrecht zickig. (eher untypisch für mich-glaube ich ^^ ) Ich sagte ihnen, dass es mir reichen würde. Ich würde nun zu meinem Freund gehen und ihm sagen, dass er sie rausschmeißen soll. (Mein Freund ist ein regelrechter Schrank, daher bot er sich wohl an(?) )
Als ich mich dann umdrehte um zu gehen rief der dunkelhaarigere von beiden „Hey Fot**, wehe du wagst es…“. Aber ich ließ mich von diesen Worten nicht beirren und ging weiter. Da schnipste er seinen Jointstummel gegen meinen Hinterkopf und dieser brannte ein Loch in meine Schädeldecke. Ich presste meine Hände auf die Wunde, die aus irgendeinem Grund verschorft war, und fing wie ein kleines Mädchen an zu weinen. Ich rannte in das Wohnzimmer und schmiss mich in die Arme meines Freundes. Dieser sah mich väterlich an und nahm mich in den Arm. Wie ein Kind petzte ich, dass die Fremden wieder geraucht hatten und zeigte meine Wunde. Mein Freund wurde so wütend, dass unsere Bekannte vor ihm davon wichen. Dann gingen wir in die Küche. Auf einmal war seine Wut nicht mehr vorhanden und eher traurig, gar verzeihend sagte er zu den Fremden: „ Hey, es tut mir leid. Aber ihr solltet jetzt gehen.“ Ich war etwas enttäuscht aber irgendwie auch schadenfroh. Ich hatte fast dieses kindliche Gefühl der Genugtuung, dass mein Freund die Fremden wegen mir aus der Wohnung verwies. Fast, wie wenn ein kleines Mädchen sich freut, wenn andere Kinder Ärger mit ihrem Papi bekommen. Die Nächste Szene war dann genau vor der Haustür. Ich stand mit verschränkten Armen und einem selbstgefälligem Grinsen neben meinem Freund. (jetzt fällt mir auch auf, dass ich die ganze Zeit viel kleiner als er war. Als wäre ich wirklich ein Kind gewesen) Mein Freund dagegen schien eher bedrückt zu sein. Der Erste der beiden jungen Männer war schon aus der Tür gegangen und der Zweite wollte es ihm gerade nachmachen, als er noch einmal inne hielt, die Augenbrauchen mitleidig nach oben zog und etwas sagte, dann verschwand auch er. Ich verstand seine Worte akustisch nicht, fühlte mich jedoch provoziert. Und ich ärgerte mich, dass die Fremden nur gingen, weil sie Angst vor meinem Freund hatte und nicht vor mir. Auf einmal war ich wieder in meiner normalen Größe und hatte meine gewohnte Stimme. Wütend rief ich ihm „Und wenn wir uns das nächste Mal sehen, zerschlage ich dir deine schei** Fres**!“ nach. Dann drehte ich mich zu den anderen um und sah ihre Blicke. Ich merkte, dass ich irgendetwas falsch gemacht hatte. Also frage ich meinen Freund, was der Fremde eigentlich gesagt hatte und dieser antwortete mit einem Bedauern im Blick und leisem Flüstern: „Er sagte: Hey Babe, eigentlich sind wir feine/nette Kerle.“ – Dann wachte ich auf.
Dieser Traum lässt mich schon den ganzen Tag nicht los, doch leider hatte ich noch keine Zeit richtig über ihn nachzudenken. Das merkwürdige ist, dass ich selbst diese Kinderrolle angenommen habe. Natürlich sieht sich jeder Mensch anders, aber ich denke, dass ich als Kind nie ein solches Verhalten gehabt habe. Das wäre bei uns überhaupt nicht geduldet worden. Könnte das der Grund sein? Und warum hat mein Freund die Vaterrolle übernommen? Normalerweise bin schließlich ich es, die ihn trägt. Er ist ein reiner, großer Muskelprotz und viele sind von ihm eingeschüchtert, wenn sie ihn das erste Mal sehen. Jedoch hat er einen sehr weichen Kern und ist sehr leicht verletzbar. Ich sehe mich eher als die psychisch Stärkere und Tragende in unserer Beziehung. Er hält mich mit seinem Körper und ich halte ihn mit der Seele. Ich bin ein bisschen verwirrt und es ist mir auch schon fast peinlich einen solchen Traum, in der ich ein kleines, zickiges, tyrannisches Mädchen bin, in dieses Forum zu stellen. Aber ich brächte dringend Denkanstöße. Dieses Kind/ich war genau wie die unerzogenen Kinder, die ich so wenig leiden kann. Aufsässig, besserwisserisch, tyrannisch und prinzessinnenhaft. Und das beschäftigt mich so. WARUM war mein Freund wie ein Vater. Und auch das ist eher untypisch. Ich habe einen wundervollen Vater, aber er hat niemals (jedenfalls kann ich mich nicht daran erinnern) andere Kinder zusammengestaucht, die mich geärgert haben. Er nannte mich immer stolz seine kleine Amazone, wenn ich beim Familientreffen wieder mit dem Bogen schoss und damit war meine Rolle klar definiert. Wenn ich Ärger hatte, ob in der Schule, Privat oder sonst wo, hatte ich das selbst zu klären. Ich wollte nie die Cinderella sonder lieber die Mulan sein. Mädchen, die sich nicht trauten eine Kröte anzufassen habe ich für langweilig gehalten und irgendwo bemitleidet und vielleicht sogar verabscheut. Also warum war ich genau eine von ihnen? Ich komme darauf gerade nicht klar – um es mal auf `gut Deutsch` auszudrücken. Okay, das war jetzt viel Text. Aber vielleicht traut sich ja jemand an diesen Traum heran und kann mir kleine Anstöße geben. Ich bin für alles dankbar.
Mit freundlichen Grüßen,
Shekara