Endloses Zusammenpacken

Hier können sich Besucher untereinander Träume posten und helfen, diese zu deuten.

Moderator: Mirakulix

Endloses Zusammenpacken

Beitragvon Rettich » 23.01.2010, 12:40

Hallo zusammen!

Ich bin männlich und 27 Jahre alt. Es gibt da einen gewissen Typ Traum den ich immer wieder in verschiedenen Varianten habe. Es fällt mir schwer einzuschätzen wie oft und in welchen Abständen, da ich mir bisher eher weniger Gedanken bezüglich der Bedeutung von Träumen gemacht habe und nicht darauf achtete. Jedenfalls ist diese Art von Traum nichts neues, das erst seit kurzem Auftritt.

Ich bin in diesen Träumen immer in ziemlich gleichen, aber äußerlich doch unterschiedlichen Situationen. Heute Nacht hatte ich gleich zwei Varianten:

1. Ich befinde mich in der Umkleide eines Hallenbades und möchte von dort Weg. Ich beginne die Sachen aus meinem Spint zu räumen, packe sie in den Rucksack aber es will einfach kein Ende nehmen. Habe ich den ersten Schwung Zeug hineingetan, merke ich, dass da noch viel mehr von meinen Sachen herum liegen. Hab ich die dann verstaut und glaube fertig zu sein, sehe ich plötzlich noch viel mehr Zeug von mir. usw.

2. Ich war mit dem Auto unterwegs und befand mich in einer lang gezogenen Kurve. Plötzlich komme ich ins Schleudern, mein Auto dreht sich einmal und bleibt stehen. Der Frau hinter mir passiert dasselbe. Mir war nichts passiert, ich will aussteigen und nachsehen wie es bei der Frau ausschaut. Bis ich soweit bin, waren aber schon mehrere andere Leute bei der Frau und ich beschließe mich um meinen eigenen Kram zu kümmern und weiter zu fahren. Ich sehe, dass mein Kofferaum offen steht und Sachen von mir herum liegen. Ich beginne zu packen, muss den Kofferaumdeckel wieder "gerade biegen", irgendwelche Gestänge irgendwo einhänge, blablabla... ich komme einfach nicht und nicht weiter.

eine weitere Variante des Traumes an die ich mich erinnere und die mindestens 3-4 Monate her ist:
Ich war auf Urlaub in irgendeinem alt wirkenden ländlichen Hotel. Der Urlaub hatte fast etwas von einem Schulausflug. Ich bin in meinem Zimmer und will die Koffer packen um nach Hause zu fahren aber ich werd einfach nicht und nicht fertig damit.

Diese Träume fühlen sich immer sehr unangenehm an. Ich bin immer irgendwie im Stress, will schnell weiter, aber es geht halt nicht.


Was soll mir das sagen? Wie schon erwähnt, habe ich mich bisher nicht mit Traumdeutung beschäftigt, am ehesten könnte ich mir aber eine Deutung ausmalen, die etwas mit loslassen zu tun hat. Das die Dinge die ich einpacke sowas wie Erinnerungen sind, Vergangenes, das ich mit mir herumschleppe, von dem ich mich nicht trennen will, das aber nur Last ist und mich am vorankommen hindert?
Was meint ihr?

mfg
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Beitragvon Dichterseele » 24.01.2010, 05:08

1) Du möchtest Dich sanieren, neu anfangen - aber die Probleme häufen sich, Du kommst aus dem Änderungs-Stadium nicht raus.

2) Du bist ins Schleudern gekommen, jemand in deiner Vergangenheit ebenso - Du hast dich um eine Frau gekümmert und dann bei Deinem eigenen Fortkommen einen wachsenden Haufen Probleme gefunden.

Überleg Dir, was Du wirklich mitnehmen musst, auf Deiner Weiterreise.
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Beitragvon Rettich » 24.01.2010, 14:20

Hallo!

Danke für eure Antworten! Ich bin eigentlich ziemlich überrascht, wie treffend manche Teile eurer Deutungen sind. Ich bin mir zwar noch nicht ganz sicher, was ich von Deutungen im allgemeinen halten soll, da ich Dingen dieser Art immer eher skeptisch gegenüber stand und mir auch jetzt noch nicht sicher bin, ob man aus Träumen wirklich schlau werden kann, oder man einfach nur die Möglichkeiten der Interpretation zu seinen Gunsten nutzt. Aber mein Interesse ist auf jeden Fall einmal geweckt!

Zu Dichterseeles Beitrag:
Es stimmt auf jeden Fall, dass ich mich sanieren möchte und aus dem Änderungsstadium nicht herauskomme. Es geht alles nur sehr langsam voran, vieles ändert sich gar nicht, weil ich es zum Teil noch nicht schaffe los zu lassen und manches zurück zu lassen.

Erst im Nachhinein ist mir eingefallen, dass ich mir am Abend vor den Träumen genau darüber Gedanken gemacht habe.

Zur Deutung des zweiten Traumes finde ich aber bezüglich der Frau keinen direkten Zusammenhang

Zu Ghosts Beitrag:
Zu 1: Grundsätzlich kann ich da schon einige Parallelen feststellen. Wer bin ich wirklich, wer will ich sein... auch darüber hatte ich am Abend davor einige Überlegungen. Ich bin allerdings auch ein sehr facettenreicher Mensch und muss viele Kleidungsstücke mit mir schleppen, da ich sie alle gerne hin und wieder trage und eigentlich gar kein Lieblingskleidungsstück haben möchte...

Zu 2: Das mit der Kurve kommt hin. Ein anderes soziales Verhalten ist Teil meiner persönlichen Sanierung an der ich seit längerem arbeite. Teil meines schon zwei mal erwähnten abendlichen Gedankenganges war unter anderem auch die Erkenntnis, dass dies bisher wohl weniger erfolgreich war, als ich eine Zeit lang gedacht habe.
Das mit der menschlichen Einsamkeit mag zum Teil auch stimmen, allerdings frage ich mich, woraus du auf diese schließt? Weil der Frau im Traum mehrere Leute helfen und mir nicht?

mfg
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Beitragvon Dichterseele » 24.01.2010, 19:25

Hi,
um das mal klar zu stellen:
Ein Hallenbad ist immer ein Symbol der Rekonvaleszenz.
Man möchte das alte, kranke abwaschen und wie nach einer Kur mit frischen Kräften einen Neuanfang wagen.

Mit "baden gehen" hat das wenig zu tun - dies tut man draußen im ungeschützen Raum und vor allem nicht freiwillig!
Vielleicht solltest Du dich erstmal mit Traumsymbolik beschäftigen, Ghost, bevor Du hier laienhaft herumassoziierst?
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