Wilde Furie...

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Moderator: Mirakulix

Wilde Furie...

Beitragvon Sed » 23.03.2014, 11:58

Guten Morgen,
ich hatte heute Morgen einen Traum, der mich verwirrt und den ich nicht verstehe...

Zum Traum:
Ich und M. waren bei ihrer Tante und M.ist komplett durchgedreht. Sie wollte mich schlagen, aber ich bin ihr ausgewichen und habe ihr gesagt, sie solle das lassen. Ich wollte vom Hof gehen als ich sah, wie sie auf ihrem Pferd ritt und immer wieder auf ihn eingedroschen hat. Ich ging zurück und schrie sie an, dass sie es lassen soll, dass sie damit aufhören soll. Da kam sie wie eine Furie vom Pferd und versuchte wieder mich zu schlagen. Ich wollte vom Hof weg, doch sie kam hinter mir her, sie war rasend vor Wut und schlug wild um sich. Ich bekam es mit der Angst zu tun, ich dachte, dass sie mich umbringen will, also holte ich mir L., eine Semesterkollegin vom Nachbarhof zur Hilfe, damit M. sich nicht traute mir etwas anzutun. L. kam mit dem Fahrrad und konnte mir auch nicht wirklich helfen. Zwar begleitete sie mich, aber ich kam nicht wirklich weg. Trotzdem fühlte ich mich auf eine Art sicherer.
Dann endete der Traum.

Zu den einzelnen Personen kann ich sagen, dass
M. mich früher geschlagen hat - ich glaube, das habe ich auch schon mal geschrieben - und dass ich die Ängste, die ich im Traum durch ihr Verhalten hatte, durchaus damals für mich real waren. Ich hatte teilweise richtig Angst, dass wenn ich nicht tue, was sie sagt, sie mich foltert oder umbringt... Gerade in Situationen, wo wir komplett allein waren und keiner meine Schreie hätte hören können. Heute Morgen ist mir auch bewusst geworden, dass ich mich ihr zu absoluter Loyalität verpflichtet fühl(t)e und das heute in meiner Ausbildung bei meiner Schulleiterin in einer Form wieder erlebe (aber abgeschwächter). Damit begleitet ist das Gefühl, nur für die Ausbildung zu leben und mich von allem anderen komplett zu isolieren...

Das Pferd von M. ist unheilbar krank, kann nicht mehr geritten werden, ein ehemaliges Hochleistungspferd, dass total überfordert wurde. Es hat, so weit ich von Erzählungen weiß, immer wieder Phasen, wo M. es fast einschläfern lassen will, aber es ist so zäh, dass es sich bis jetzt immer wieder berappelt hat. M. hat an diesem Pferd oft seine Wut rausgelassen und es ebenfalls verprügelt. Ich stand daneben und habe mitgelitten und war unfähig etwas zu sagen oder zu tun, weil M. mir vermittelt hat, dass ich wenig Ahnung von Pferden habe und sie nicht auf mich gehört hätte. Heute würde ich das nicht mehr zulassen! Wahrscheinlich habe ich im Traum dann auch so reagiert, indem ich sie anschrie, das Pferd in Ruhe zu lassen...

L. ist eine Semesterkollegin aus meiner Ausbildung, die für mich eine unglaublich warmherzige, positive Person ist! Trotzdem würde ich mich ihr eher nicht komplett anvertrauen, weil sie sehr konservativ auftritt und ein klares Bild von "richtigem" und "falschem" Verhalten hat und ich wohl mit so mancher Verhaltensweise ihr Unverständnis bekäme... Auf jeden Fall ist sie eine sehr gerechte, liebenswürdige Person, die aus meiner Sicht sehr viele männliche Stärken ausstrahlt - sie ist so der Kumpeltyp, der lieber mit Jungs abhängt und eher rauh vom Verhalten ist..


Zum Ende des Traums dachte ich, dass es nicht weiterhilft, wenn ich M. anschreie, doch ich kam überhaupt nicht an sie ran, dass ich sie in den Arm nehmen hätte können o.Ä.

Seht ihr irgendeinen Zusammenhang? Das würde mir sehr weiterhelfen!

Liebste Grüße Sed
Es gibt Träume, die in Erfüllung gehen und solche, die man begraben muss, damit sie ewig leben...
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Re: Wilde Furie...

Beitragvon Wolke7 » 23.03.2014, 12:29

Hallo und guten Morgen

Du schreibst:

Ich und M. waren bei ihrer Tante und M.ist komplett durchgedreht. Sie wollte mich schlagen, aber ich bin ihr ausgewichen und habe ihr gesagt, sie solle das lassen. Ich wollte vom Hof gehen als ich sah, wie sie auf ihrem Pferd ritt und immer wieder auf ihn eingedroschen hat. Ich ging zurück und schrie sie an, dass sie es lassen soll, dass sie damit aufhören soll. Da kam sie wie eine Furie vom Pferd und versuchte wieder mich zu schlagen. Ich wollte vom Hof weg, doch sie kam hinter mir her, sie war rasend vor Wut und schlug wild um sich. Ich bekam es mit der Angst zu tun, ich dachte, dass sie mich umbringen will, also holte ich mir L., eine Semesterkollegin vom Nachbarhof zur Hilfe, damit M. sich nicht traute mir etwas anzutun. L. kam mit dem Fahrrad und konnte mir auch nicht wirklich helfen. Zwar begleitete sie mich, aber ich kam nicht wirklich weg. Trotzdem fühlte ich mich auf eine Art sicherer.

Für mich liest sich das nicht nur wie ein Verarbeitungstraum.
Du scheinst auch mit dem Pferd eine Symbiose zu haben. Du fühlst mit dem Pferd wie es geschlagen wird.
Gleichzeitig ist's auch dein eigener Schmerz.
Sicherer fühlst du dich wenn jemand bei dir ist.
Aber eine Lösung wär das auch nicht. Ich persönlich meine das du Gewalt erfahren hast und das sich das im Traum wiederholt.
Was kann man tun? Zunächst evtl noch mal den Traum in Gedanken aufrufen. Ihn nochmals anzuschauen.
Den Traum verändern kann auch hilfreich sein. Das du diese Person stoppst!! Vielleicht hast du Menschen um dich
die dich im Alltag positiv begleiten.
Du kannst aber letztlich nur mit eigener Kraft diesem " Gewaltakt" auflösen.

Ich kann nur meinen Eindruck zu deinem Traum
wieder geben. Warte ab was du für Deutungen bekommst.
Liebe Grüße :)
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Re: Wilde Furie...

Beitragvon Sed » 23.03.2014, 22:15

Hallo Wolke 7!

Danke für deine Antwort!
Es fällt mir immer häufiger auf, vor allem in letzter Zeit, dass ich ziemlich empfindlich auf die Stimmung meiner Mitmenschen reagiere und gerade neulich war ein Situation, wo ich gemerkt habe, wie sehr ich den Schmerz des anderen nachempfinden kann als wärs mein eigener... In der Situation habe ich es nicht erkannt, erst hinterher...
Ich habe mir deinen Post heute den Tag über durch den Kopf gehen lassen, denn was du schreibst hat mich stark angesprochen und nun bin ich vorhin auch auf was gestoßen. Ich denke, dass ich hypersensibel bin und habe mich heute noch mal mit dem Thema befasst und bin dabei auf die Posttraumatische Belastungsstörung aufmerksam geworden. Ich glaube, es hängt mit dem Traum zusammen und erklärt viele meiner Verhaltensweisen, meine ganzen Panikattacken, diese Angst nirgendwo sicher zu sein, u.v.m. - es ist auf jeden Fall eine unglaubliche Erleichterung, denn die vor allem die letzten Tage sind die Hölle für mich gewesen, weil ich überhaupt nicht den Zusammenhang meiner Gefühle, mein Verhalten, einfach alles nicht verstanden habe... Das ist das erst, was sich in bezug auf mein Leben als stimmig anfühlt! Es ist als ob ich jetzt erkenne gegen was ich jahrelang angekämpft habe und warum alles so anstrengend und mühselig ist, egal wie ich es anpacke... Ich bin dir unendlich dankbar, liebe Wolke! Ich muss das jetzt erst mal verdauen, bevor ich überhaupt weiß, wie ich damit umgehen kann...

Vielleicht fällt ja noch jemandem etwas auf oder ein...

Vielen dank, Wolke! Liebste Grüße Sed :)
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Re: Wilde Furie...

Beitragvon kyomotion » 24.03.2014, 16:14

Ja, es fällt auf das du sehr wohl in der Lage bist gegen Ungerechtigkeiten aufzubegehren und das du ein eigenes Wertesystem etabliert hast (die Freundin/Kumpel am Ende). Nun ist es wohl an der Zeit zu erkennen das du "kein Pferd" bist. Beginne also deine eigene Not zu heilen und nicht mehr die, der anderen.

Ich denke hier geht es auch sehr stark um SelbstWERT (weniger um Selbstbewusstsein).
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Re: Wilde Furie...

Beitragvon Crank » 24.03.2014, 21:59

Hallo Sed,

es ist wohl ein gutes Stück Verarbeitungstraum. Traumata, die noch nachwirken. Du schreibst aber auch, dass Du Dich (vielleicht) noch loyal gegenüber M fühlst und überlegtest, dass es Dir nicht gelungen wäre, sie in den Arm zu nehmen, was Du also demnach (unbewusst) erwägt hast oder erwägt hättest. Etwas wirrer Satzbau - lange Rede kurzer Sinn: Es besteht nach wie vor eine emotionale Abhängigkeit und nicht die nötige Distanz, schon gar nicht im Unterbewusstsein.

Allmählich werden nämlich oft die Personen der Vergangenheit Persönlichkeitsanteile. Sicher wird "es" immer ein Teil von Dir sein und das ist in gewissen Grenzen auch nicht schlimm. Aber, was wenn M bereits ein Persönlichkeitsanteil geworden ist? Folglich Du die Rolle übernommen hast, Dich zu quälen? Dich abzuwerten, Dich mit Unsicherheiten fertig zu machen un (unnötige) Ängst zu schüren? Gab/gibt es selbstverletzendes Verhalten? Nicht unbedingt geeignet für eine öffentliche Antwort und ich brauche auch keine Antwort. Die Struktur dafür ahne ich so oder so. So selten ist es nun auch nicht.

Dem Erlebten nach könnte auch eine gewisse Bindungsunfähigkeit daraus resultieren. Menschen, die Dich wirklich (gern/lieb oder auch sexuell) haben wollen, wären bezüglich drohender Abhängigkeit dann eine drohende Katastrophe. Der Mensch lernt aus schlechten Erfahrungen und wird dadurch u.U. konditioniert, was ein weites Spektrum haben kann und ab einer gewissen Grenze auch als falsch oder schädlich eingestuft werden kann und auch muss.

Du kannst damit versuchen, in Eigentherapie kognitiv umzugehen. Man kann sich aber durchaus helfen lassen, die emotionale Abhängigkeit zu schädigenden Personen in der Vergangenheit ist so selten nicht. Oft ist es schon hilfreich, wenn man begreift, wieso man in vielem so denkt und fühlt, wie man nun mal ist. Verdrängte Aspekte kann aber ein Psychotherapeut womöglich besser aufdecken. Nach meiner Einschätzung bekommt man eine kognitive Therapie (VT) vielleicht auch selber hin mit Büchern und Internet, eine Psychoanalytische Therapie (PA) oder Tiefenpsychologisch fundierte Therapie (TP) bedarf aber der anleitenden Person. Vielleicht war das, was Du bislang gemacht hattest noch nicht das Richtige, wobe es aber durchaus ein Schritt in die richtige Richtung gewesen sein kann.

Ich bin kein Psychologe oder sowas, schätze aber doch, dass die erlittenen Traumata tief sitzen könnten. Vielleicht reicht aber auch gewahrsames Leben Lernen und Traumdeutung. Ich denke, Du bist gerade in einer Phase des Lebens, wo man viele Weichen erfolgreich stellen kann.

Der Traum eine Mahnung, sich damit bewusst auseinanderzusetzen. Es ist Deine Seele, die dort schreit und tobt. Vielleicht schon als M...

LG,
Frank
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Re: Wilde Furie...

Beitragvon Sed » 25.03.2014, 11:21

Hallo Kyo,
ich denke auch, dass ich mich dem jetzt stellen kann und auch werde! Und das Thema Selbstwert ist bei mir auch eine große Baustelle, wo ich schon ein gutes Stück weiter gekommen bin, was aber noch viel mehr werden kann, so wie es festelle... Danke, liebe Kyo!

Hallo Crank,
ja, das kann ich absolut bestätigen! Die Abhängigkeit besteht und ich habe des Öfteren schon festgestellt, dass ich mich so verhalte, wie ich es an M. verurteilt habe und dass ich noch nicht bereit bin, ihr zu verzeihen, auch wenn ich verstandesmäßig weiß, dass ich damit nur mir selbst schade!

Selbstschädigendes Verhalten gibt es - ich habe lange zeit tief in der bulimie gesteckt, jetzt war es fast ein jahr "gut", was letzlich in die magersucht ging und jetzt wieder in bulimische anfälle, was mich ganz schön wachgerüttelt hat und ich weiß, dass ich das nicht verdient habe! Auffällig ist auch, dass ich auch dauerhaft blaue flecken an den schienenbeinen habe, was für mich ein zeichen ist, dass ich mich irgendwo selbst "schlage" und bestrafe, also selbst unbewusst bestrafe ich mich und jetzt ist so ein Punkt, wo ich sage "so nicht mehr!"

"Gewisse" Bindungsfähigkeit - ja, die habe ich! Ich habe mich ganz schön isoliert, gerade von freunden, die mir gut taten und die mich verstehen, und habe mich stattdessen vollkommen auf die ausbildung fixiert und neulich festgestellt, dass ohne diese ausbildung mein leben keinen sinn mehr machen würde...

VT habe ich schon durch und mehr stunden als üblich bekommen, da geht vor 2015 gar nichts. Ich werde noch mal tiefenpsychologisch fundiert einen Versuch unternehmen, was ich lange aufgeschoben habe, weil ich "keine Zeit dafür" neben der Ausbilung hatte, die ich mir jetzt aber auf irgendeine Art und Weise nehmen werde! Ich hab schon lange das Gefühl, dass ich verstandesmäßig vieles weiß, es aber noch mal auf Gefühlsebene heilen lassen darf, bevor ich wirklich frei bin... Ansonsten bleibt mir noch die Gruppentherapie, was besser als gar nichts ist... Und was wohl eine Lektion ist - meine Wünsche und Bedürfnisse äußern und dazu stehen!

Wie gesagt, ich bin an einem Punkt, wo ich die "Nase voll hab" und ich nicht mehr weglaufen will und mir ist auch klar, dass ich das nicht bis auf "nach der Ausbildung" verschieben kann, sondern jetzt die beste Zeit dafür ist!

Danke Frank für deine Nachricht!

Alles weitere gehört hier glaube ich nicht mehr rein, deswegen - falls jemand erfahrungen mit posttraumatischer belastungsstörungen hat, wäre ich sehr dankbar, wenn derjenige mir eine pn schreibt!

Liebste Grüße, Sed
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