Das große Glück und alles bricht zusammen

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Moderator: Mirakulix

Das große Glück und alles bricht zusammen

Beitragvon Carlos » 11.11.2013, 14:09

Hallo liebe Gemeinde,
ich bin neu hier und habe mich angemeldet, weil ich nach dem Ende einer destruktiven Beziehung den ein oder anderen Traum hatte, der mich schon etwas bewegt. Ich möchte mal mit dem aktuellsten Anfangen, den ich in der letzten Nacht geträumt habe.
Ich war mit meiner Ex Schwiegerfamilie unterwegs, die Oma, eine sehr spendable Frau, lud einen Teil der Familie meiner Ex und mich eben auch zu einem Weltraumflug ein - quasi Weltraumtourismus. Wir waren alle sehr sehr nervös und freuten uns riesig über diese Einladung. Bis zum Weltraumbahnhof war es aber noch ein ganzes Stück weg und wir befanden uns auf dem Land, kein Dorf oder kleine Stadt zu sehen, es gab nur eine Straße. Wir waren zu Fuss unterwegs und machten ein Picknick am Wegesrand. Die Stimmung war super, alle waren voller Vorfreude auf das bevorstehende Ereignis. Am Abend waren wir dem Ziel schon sehr nahe gekommen und befanden uns mittlerweile im urbanen Umfeld. Ich lief mit meiner Ex Hand in Hand vor den anderen und bemerkte am rechten Rand der Straße, etwa 50 Meter entfernt von uns wie ein Haus einstürzte, ich wunderte mich über die Uhrzeit dieses Abrisses, aber schenkte dem Ganzen nicht so viel Bedeutung bei. Wir gingen noch ein paar Schritte und dann verschwand auch das Auto, welches vor dem Haus parkte einfach im Boden bzw. der Boden tat sich auf. Immer schneller passierte dies und ich sah den Rand dieses Schlundes auf uns zukommen. Ich wollte die anderen noch warnen, aber wir, meine Ex und ich, waren bereits hineingefallen. Der Fall dauerte sehr lange, ich lies ihre Hand nicht los und musste mitansehen, im freien Fall, wie ein Trümmerstück auf ihren Kopf schlug und wir immer tiefer fielen. Der Schlund war mittlerweile riesig und ich hoffte nur auf eine Landung, fiel und fiel aber immer weiter, dabei spürte ich, wie mich meine Ex, die ich nicht losgelassen hatte, mit ihrem Gewicht auch noch mehr in die Tiefe zieht.
Ich wurde dann schlagartig wach. Was bedeuten die einzelnen Elemente und wie stehen sie im Zusammenhang?
Carlos
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Re: Das große Glück und alles bricht zusammen

Beitragvon Crank » 11.11.2013, 22:05

Tja, das mit dem Durchstarten und Abheben hat wohl nicht so gaaanz geklappt, wenn ich mir den sarkastischen Ton erlauben darf! :?

Das ist nun mal so, es ist gescheitert. Im Traum wird das verarbeitet, Ihr habt die Abrissbirne nicht gesehen und den sich auftuenden Boden auch nicht bzw. zu spät, nun seid Ihr leider im freien Fall. Deiner Ex fällt etwas auf den Kopf, bildhaft wäre sie danach tot oder ohne Bewusstsein. Vergangenes soll man loslassen, sonst zieht es einem im Traum immer weiter runter. Immer weiter, ohne Aufschlag zunächst einmal.

Der Traum mahnt eine Änderung des aktuellen Zustandes an. Das kann ein Kontaktabbruch sein oder eine normalisierte Freundschaft, wenn diese möglich ist.

Abstrakt könnte man die Ex auch für ein vergangenes Gefühl deuten - das Ergebnis wäre hier das selbe. Es zieht Dich immer noch runter.

Vielleicht etwas kurz und hart meine Worte. Aber das ist keine Baustelle mehr - oder etwa doch? Gibt es Folgeprobleme, die Du lösen möchtest?

VG,
Frank
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Re: Das große Glück und alles bricht zusammen

Beitragvon Carlos » 12.11.2013, 03:41

Hallo Frank,
erstmal danke für Deine Antwort! Die Worte waren mir nicht zu hart, sondern eher etwas, was ich erwartet habe. Natürlich gibt es Folgeschäden bzw. Probleme bei mir, sonst würde ich nicht solche Träume knapp acht Monate nach der Trennung nicht haben. Wie ich schon erwähnte, es war eine destruktive Beziehung, ich hoffe Du weißt wie ich das meine bzw. was das bedeutet, deshalb stecke ich total fest und kann nicht los lassen. Ich habe den Kontakt eingestellt, vor Monaten schon, aber sie meldet sich auf die ein oder andere Art und Weise immer noch. Es soll aber hier doch weniger um meine Ex-Beziehung gehen als mehr um meine Träume. Sorry, wenn ich das so schreibe, ich habe von diesen Sachen wirklich wenig Ahnung bzw. fehlt mir der Zugang. Ich bin für alles dankbar, was ich hier lesen kann. Es war auch nicht der einzige Traum über und mit ihr nach der Trennung. Mich belastet das sehr.
Liebe Grüße
Carlos
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Re: Das große Glück und alles bricht zusammen

Beitragvon Carlos » 12.11.2013, 03:45

Könntest Du die Elemente des Traumes etwas genauer erläutern, das würde mir helfen. Die Metaebene ist mir schon klar, aber warum eine Straße, ein Picknick, zu Fuss, wir laufend vor den anderen, ein sich ausbreitender Schlund, ich möchte die anderen warnen etc. diese Zusammenhänge würden mich sehr interessieren. Vielen Dank für eine Antwort.
Carlos
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Re: Das große Glück und alles bricht zusammen

Beitragvon Crank » 12.11.2013, 16:43

Hallo Carlos,

zur Metabene müsste ich das eine oder andere Buch herauskramen. So kann ich derzeit nicht definitionsgemäß liefern.

Du meinst aber sowas: "Das Buch im Traum beschreibt auf der Metaebene, wie der Träumende versucht, Herr seines Lebensweges zu gehen.", oder?

Warum eine Straße? Nun, für Euch beide gab es nur eine Straße, diese sollte samt Familien Richtung Stadt gehen, wo Ihr vielleicht geheiratet hättet oder, falls das schon geschehen ist, Kinder haben wolltet (Der Hauptgewinn, der Weltraumflug). Ein Haus, ein Auto, wer weiß. Familie und Freunde begleiten einen auf diesem Weg und freuen sich. Warum ein Picknick? Es ist ein Innehalten, eine Rast, eine Pause, vielleicht auch in der Beziehung, die vielleicht hätte kriseln können schon früher. Dann stürzt ein Haus ein, eine Gefühlswelt. Häuser stehen oft für die eigene Gefühlswelt und ein Abriss könnte das Ende einer Liebe sein. Ich sehe es als Abriss und Einsturz, so oft verschwinden Häuser nicht im Erdboden hierzulande. Wobei, der Unterschied ist, dass sie "am Stück" noch da sind. Die Gefühle? Auch das Auto verschwindet, ein Medium um sich auf den Weg zu machen, hier vielleicht in die geplante gemeinsame Zukunft. Auch hier ist das Auto "am Stück" noch da, es besteht also eine versteckte Hoffnung. Nun, Haus und Auto sind nur in einem Erdloch verschwunden, das wird alles wieder - nicht wirklich und nicht ohne weiteres. Die anderen warnen - ich weiß nicht recht, auf welcher Ebene. Als Freunde und Familien wollte man ihnen mitteilen, dass es so nicht weiter geht, nicht weiter gehen kann. Oft wissen andere schließlich auch, was gut für einen ist. "Ihr wart doch so ein schönes Paar, sie ist doch so eine tolle Frau...". Ja, gewiss. Das "aber" ist aber nicht Kenntnisstand der anderen. Die anderen können auch Persönlichkeitsanteile sein. Das Gefühl sagt schubweise immer noch "Ja!", der Verstand warnt aber und sagt "Nein!" - alles denkbar. Der Schlund, hmmm...achso, das Ausbreiten ist Dir unklar. Mich persönlich interessiert mehr die Tiefe eines Loches, in dem ich frei falle, nicht der Durchmesser. Du aber siehst das Ausbreiten als ein Wachstum und willst wissen, von was. Ich weiß es nicht. Vielleicht fällt auch sie und das Band zwischen Euch besteht auch im Traum. Wenn ich ehrlich bin, sehe ich hier auch den Wunsch, dass es so ist. Hand in Hand und dann gemeinsam in den Abgrund fallen - schöne Idee, oder? Meint das "destruktive Beziehung"? Ich tue mal so, als wüsste ich nicht, was das sein soll! *pfeif*

Du willst vom Traum eine Antwort, wie es weitergehen soll, wie Du aus der Nummer raus kommst oder alternativ die Zeit zurückdrehen kannst und alle Fünfen zu geraden Zahlen machen kannst. Kein Vorwurf, mehr ein Spaß, ich verstehe das. Die Träume zeigen uns aber häufig nur den (unbewussten) "Ist-Zustand", ab und an einen Wunsch und manchmal auch Lösungen, die als abstraktes Bild aber mit Vorsicht zu genießen sind. Oft kann das aber ein Traum allein nicht leisten, ob man es nicht entschlüsseln kann oder ob es schlicht nicht drin steht, darüber kann man streiten. Ich kann aus diesem Traume keine Lösung ableiten, es mag aber aufschlussreich sein, weitere zu betrachten. Die Feststellung, dass ein Wunde nach Monaten verheilt sein sollte, ist vernünftig richtig, kann aber emotional völlig wertfrei sein. Der Traum zeigt Dir, dass es noch nicht verheilt ist. Der Weg aus den Wolken zum Erdboden über das Krankenhaus und die Reha zurück ins Leben dauert oft - Monate oder Jahre. Das soll Dich nicht entmutigen. Seine Träume zu betrachten kann einem helfen.

Ansonsten muss man sich über seine Gefühle klar werden und daraus Konsequenzen ziehen. Ein blöder Satz, aber aus gelegentlichem Kontakt wächst nichts Gescheites. Entweder, man sagt klar, dass man keinen Kontakt wünscht. Oder man sucht Kontakt, versucht es darüber zu verarbeiten oder noch einmal Neues auf alten Wurzeln wachsen zu lassen. Letzteres wünscht Du nicht? Nun, so erkläre Kraut zu Kraut und Unkraut zu Unkraut und jäte, grabe um, säe, gieße, dünge - schon wieder so ein langer Wege zur Ernte? Ja, aber es gibt keinen anderen in diesem Leben. Dir Richtige ist nicht die Richtige, wenn es nicht hält, nicht halten kann. Das Herz hat dazu eine andere Meinung oft, es bleibt aber nur, es woanders hin zu tragen. Das weißt Du alles auch ohne diesen Traum und ohne meine Worte. Der Traum mahnt aber an, das auch zu tun. Weil, sonst werdet Ihr weiter fallen und sich der Abgrund ausweiten. Frei vom Traum dazu gedichtet: Es ist Herbst, die Tage werden kürzer, das Fest der Liebe steht vor der Tür - eine gute Zeit, Erinnerungen zu pflegen und Depressionen auszupacken. Sollte das abwegig klingen, wäre das gut und richtig. Ich befürchte aber, es ist ziemlich so.

LG,
Frank
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Re: Das große Glück und alles bricht zusammen

Beitragvon Carlos » 12.11.2013, 17:29

Hallo Frank,
vielen Dank!
So wie ich Dich verstehe, habe ich das ganze Szenario dieser Begegnung noch einmal erlebt, gefasst in diese Bilder.
Grüße
Carlos
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