Mantel

Hier können sich Besucher untereinander Träume posten und helfen, diese zu deuten.

Moderator: Mirakulix

Mantel

Beitragvon Dichterseele » 15.03.2014, 11:56

Moinmoin, bin gerade irritiert aufgewacht und kenn mich nicht aus, was mein Hirn da gerade produziert hat:

Im Traum war ich nochmal Schulmädchen kurz vorm Abi (1969/70), wir waren auf Klassenfahrt mit einem Bus in einer buckligen Kleinstadt mit Kopfsteinpflaster irgendwo in Mitteldeutschland, in der Nähe einer gotischen Kirche. Ich hatte den Eindruck, die Leute dort zu kennen, obwohl ich niemanden kannte. Es war dunkel, wir wollten zurückfahren, als ich zum Bus ging, fiel mir ein, dass mein Fahrradschlüssel ja im Mantel ist, den ich irgendwo hängen gelassen hatte, sagte das und lief nochmal zurück. (In meinen Gedanken stand mein Rad im Hof eines Gemeindezentrums im Berchtesgadener Land, wo ich von 1981-1994 gelebt hatte, von wo ich 1km heimradeln musste.) Also ging ich zum Pedell, die Pforte war in einem verwinkelten Barockbau (sah aus, wie beim Schloss in Salzburg, wo ich mal studierte), und fragte nach meinem weinroten Mantel (ich hatte so einen ähnlichen mal vor 30 Jahren - allerdings in braun und ich habe ihn verschenkt), die Frau (blond,um die 50, altmodische Frisur) sagte mir, man habe einen solchen gefunden, ich müsse aber weitere Angaben machen, um sicher zu gehen, dass dies auch wirklich mein Mantel sei. Also erklärte ich, dass in der Manteltasche meine Fahrradschlüssel sein müssten und Handschuhe. Nun gab man mir den Mantel anstandslos, ich zog ihn drüber, fand in der rechten Tasche ein Schriftstück, das ich vergessen hatte, und freute mich, öffnete den Brief aber nicht. Der mir bekannte Inhalt war wichtig und wertvoll. Ich spürte die Handschuhe beidseitig und links waren wie erwartet meine Fahrradschlüssel (ganz neue, die ich mir real erst vor kurzem gekauft habe). Dann eilte ich zum Bus, damit er nicht ohne mich führe. Die anderen Schüler waren in einer langen Zweierreihe vor dem Bus aufgestellt, am Bus standen Lehrer herum (ich kannte keines der Gesichter) und ringsum spazierten Passanten durch. Ich suchte meine Kameradin, mit der ich zusammengesessen hatte und erfuhr, dass sie eine Woche für ein Praktikum bei der Kirche bleibe. Sie hatte ein Zimmer im Kellergeschoss des Gemeindehauses bekommen und winkte aus dem Fenster. Da stand ich nun als Außenseiterin im Dunkeln vor der Abfahrt und dann bin ich aufgewacht.

Mir ist klar, dass ich im im richtigen Leben ein Außenseiter bin, aber was bedeuten hier der Mantel und die Schlüssel und der ominöse Brief, den die Pförtner garnicht beachtet hatten?
Dichterseele
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Re: Mantel

Beitragvon catwomen » 15.03.2014, 17:10

Hallo Dichterseele

Im Grunde geht um deine Sehnsucht nach dem Glück vergangener Zeiten, vermutlich mit jemand mit dem du in Beziehung stehst.
Du leidest unter den Umständen s. bucklig.

Schulmädchen
Man steht wieder einmal in einer Prüfung.

Fahrt
Veränderung des Lebens,

Bus
Symbol für Veränderung, Ortswechsel und Aufbruch.

Bucklig
Werfen Sie (unnötigen) Ballast ab, entlasten Sie sich durch mehr Selbstvertrauen, und machen Sie sich endlich stark für das, was Sie wirklich wollen. Sie sind zu angepaßt und 'leiden zu gern'!
Existenzangst

Die Kleinstadt
kann auch gute Geschäfte versprechen,

Nähe
wichtige Ereignisse können rasch eintreten.

Pflaster / Kopfsteinpflaster
verdeutlicht einen sicheren, bequemen weiteren Lebensweg.

Einfall = Gedanke
Eile schadet, überlege zuerst, was du tust.

Fahrrad
Das Element des Heiteren, Glücklichen

Schlüssel
Stellt frische Gedanken und Gefühle dar, die Erinnerungen, Erlebnisse einschließen

(Hier ist der Zusammenhang mit dem Fahrrad und deiner Schulzeit.
Wann warst du mal wieder so glücklich wie damals?)

Mantel
die Liebe, die man sich bewahren will, weil sie einmal sehr schön war?
S. Fahrrad, Schlüssel, bucklig)
(Kann es mit Konfrontationen in deiner Beziehung zu tun haben)?

Kirche
Moral- oder Verhaltenskodex, (weil der Partner sich anders entwickelt hat, als es dem entspricht was du gelernt hast)?

Brief
Kommunikationssymbol
seelische Kontaktarmut

Handschuhe
Kontaktarmut Berührungsängste auf Distanz bleiben, zurückhaltend.

Pförtner
Er kündigt Hindernisse an. Man wird sie nur mit großer Anstrengung beiseite schaffen können

Liebe grüße catwomen
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Re: Mantel

Beitragvon Dichterseele » 15.03.2014, 17:24

Oha, das reimt sich aber nicht ganz zusammen:

Der Mantel stammt aus einer Zeit, wo ich frisch geschieden war - 15 Jahre nach meiner Schulzeit.
Und Fahrrad fahre ich heute noch - der Schlüssel ist ja auch im Traum der neue.

Dass ich beruflich im Aufbruch bin und viel realen Ballast abzuwerfen habe, stimmt - nur was bedeutet die Kollegin, die nicht mitfährt, sondern beim Pfarrer bleibt?
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Re: Mantel

Beitragvon catwomen » 15.03.2014, 17:44

Es spielt keine Rolle wie die Traumhandlung verläuft.
Nur wenn du die einzelnen Symbole miteinander vergleichst wirst du hinter die Aussage der Träume kommen.

Pfarrer
eine Mahnung, man sollte anderen nicht zu viel predigen,-

Kirche,
Moral u. Verhaltenskodex
------------------------
Kann es sein, dass es sich um ein Generationsproblem handelt?
Dass eure Ansichten in bestimmten Situationen auseinander gehen?
Du hast deine Erfahrungen gemacht und willst sie deinen Kindern ersparen?

Hierzu passt dann auch wieder folgendes:

Kollege:
Arbeit an Beziehungen. Fragestellung: - Inwiefern bin ich bereit, mich kooperativer zu zeigen?
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Re: Mantel

Beitragvon Dichterseele » 16.03.2014, 13:18

Das gibt eben keinen Sinn, catwoman, und Allgemeinplätze bringen mich nicht weiter.

Allerdings habe ich inzwischen ein Angebot erhalten, ein Sprachseminar zu halten - das würde die Reihe Schüler im Dunkeln erklären...
Nicht aber den Mantel...
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Re: Mantel

Beitragvon catwomen » 16.03.2014, 15:32

Hallo Dichterseele

habe ich inzwischen ein Angebot erhalten, ein Sprachseminar zu halten -
---------------------------------

Super, ich wünsche dir, dass es so perfekt wird, wie du es dir wünschst.

Der Mantel...
Du weißt ja, dass die Träume auch von der Zukunft sprechen, demzufolge ist es absolut möglich, dass etwas in dein Leben tritt, was du heute noch nicht weißt.
Wenn du dann in der Situation bist, fällt dir dieser Hinweis vielleicht wieder ein.
Meine eigenen Erfahrungen zufolge träumte ich schon 2 Jahre zuvor, was dann erst eingetreten ist.

Ich wünsche dir einen schönen Sonntag,
catwomen
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Re: Mantel

Beitragvon Dichterseele » 17.03.2014, 15:12

Ja, aber der Traum war Morgens vorm Aufwachen - und diese Träume erfüllen sich in naher Zukunft...
Ich arbeite ja als Lektorin mit 10 Illustratorinnen zusammen, die überwiegend 20-35 Jahre jung sind.
Eine davon hat sich jetzt als zukunftsträchtiger Glückstreffer entpuppt in wissenschaftlicher und künstlerischer Hinsicht...
Sie ist auch menschlich besonders lieb - könnte der Mantel nicht auch für eine Freundschaft mit fruchtbarer Zusammenarbeit stehen?
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Re: Mantel

Beitragvon Crank » 17.03.2014, 15:50

Dichterseele hat geschrieben:Eine davon hat sich jetzt als zukunftsträchtiger Glückstreffer entpuppt in wissenschaftlicher und künstlerischer Hinsicht...
Sie ist auch menschlich besonders lieb - könnte der Mantel nicht auch für eine Freundschaft mit fruchtbarer Zusammenarbeit stehen?


Warum nicht? Der Mantel ist ein Symbol der Wärme, dunkelrot nicht die Liebe, sondern - naja, eine leicht andere Schattierung halt. So wie es im Traum ist, solltest Du den Mantel dann anziehen (wie: sich einen Schuh anziehen), denn es ist Deiner und Du kennst den Inhalt seiner Taschen, hast die Schlüssel (zum Verständnis) und kennst die Botschaft (des Briefes). Vielleicht ist auch das Angebot Seminar ein Mantel. Warum nicht anziehen? Alles gut soweit.

Die Schlussszene deutet die Angst an, dass mal wieder im Leben alles anders kommt und man allein da steht. Die Gefahr besteht und die Angst ist ihr bester Fütterer. Du kannst, was Du kannst, bist ein wertvoller und liebenswerter Mensch. Und wenn andere das anders sehen - ist das eben so. Du hast die Schlüssel zum Verständnis und kennst die Botschaft - siehe oben.

LG,
Frank
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Re: Mantel

Beitragvon Dichterseele » 19.03.2014, 11:08

Vielen Dank, Crank,
ja ich hab mir im Traum den Mantel angezogen und versuche auch im Leben die Dinge anzunehmen, die sich mir plötzlich überall bieten.
Freundschaften, Jobs...
Im Traum stand ich im Dunkeln vor dem Bus - kurz bevor es losgeht.

Heute bekam ich Nachricht über die Seminarangebote - wäre gut, wenn ich die an Land ziehen könnte.
Und heute Morgen träumte mir, ich befände mich in einer Kurklinik...
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Re: Mantel

Beitragvon Crank » 19.03.2014, 15:51

Dichterseele hat geschrieben:Und heute Morgen träumte mir, ich befände mich in einer Kurklinik...


Das ist doch gut, ein Zeichen von Genesung und Erholung. Umgekehrt wäre es eine vorsichtige Warnung, sich nicht zu übernehmen - nie verkehrt.

Es ist für mich kein "Notarzt"-Symbol und auch noch kein "Alles-ist-gut"-Symbol. Von daher kein Grund zur Panik oder übermäßiger Euphorie, sondern wie der Mantel eine Aufforderung oder besser Ermutigung zur nüchternen Annahme.

Wie der "abgefahrene" Bus symbolisiert eine Klinik vielleicht auch die Sorge, dass alles gut geht. Wie ich schon schrieb ist diese im Leben nur begrenzt sinnvoll. Wird schon schief gehen! :wink:

Gruß,
Frank
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Re: Mantel

Beitragvon Trigital » 19.03.2014, 19:14

Dein Traum hat viele Einzelheiten, die ich nicht so gut verstehen kann.

Aber ich glaube das der Anfang deines Traumes beschreibt, wie du durchs Leben gehst. Du interessierst dich sehr für andere versucht gut und vernüftig zu sein. Eben sehr vorbildiche Werte verkörperst du. Das wäre auch sehr gut so, wenn ich denn Recht hätte. Nun verlierst du den Schlüssel und willst in wieder haben. Es geht also um deine ganz persönlichen Interessen, denen du nun hinterher kommen solltest. Und dann wirds kompliziert.
Und so ist es denke ich auch im Leben. Wenn es nur um einen selbst geht und es mit anderen Menschen nichts zu tun hat, dann finde ich jedenfalls, das guter Rat oft teuer ist bzw. lange Zeit braucht. Jedenfalls bei mir...
Die Sache mit deiner Kammeradin würde ich so sehen:
Sie ist sozusagen ein Teil von dir und deiner Persönlichkeit. Machst du dich auf deinen eigenen Weg, dann wird dieser Teil von dir unten im Keller des Gemeindehauses einziehen. Sie ist meiner Meinung nach da in guten Händen. Du kannst also völlig gefahrlos nur an dich denken und in dieser Zeit die restlichen guten Einstellungen ausklammern. Wenigstens um deine Gedanken zu ordenen. Denn ihr zwei, also du und "du" seid wirklich gut befreundet. Hast du herausgefunden, was du für dich wollen solltest, werdet ihr wieder zusammenfinden und du kannst dein Leben ganz normal weiterleben. Vielleicht findest du auf diesem Weg nicht raus was du für dich wollen solltest, sondern diesen geheimnisvollen Brief, der noch toller ist, wie herauszufinden was man für sich wollen sollte.
Zu Wissen ist ein Moment.
Unwissenheit der Zustand vom restlichen Teil des Lebens.
Das Schöne daran gut geschlafen zu haben ist, daß der Tag gut war, bevor er angefangen hat.
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Re: Mantel

Beitragvon Caterina » 19.03.2014, 21:08

Hallo Dichterseele,

eine Deutung im engeren und weiteren Sinne biete ich dir nicht an - aber eine Idee möchte ich dir mitteilen, schau einfach ob es für dich verwendbar ist:

Für mich hat der Mantel eher etwas "verhüllendes, beschützendes, verdeckendes und wärmendes". Schutz gegen (Gefühls-)Kälte...gegen wen oder was könntest du dich schützen wollen? Oder was ist für dich in deiner Gefühlswelt zu verbergen? Vor ggf welchen eigenen Gefühlen möchtest du dich selbst schützen? Sie vielleicht nicht "wahrnehmen wollen" so in die Richtung denke ich dabei. Wo wäre ggf "direktere Kommunikation" hilfreich, wo du dich ggf derzeit noch zu "bedeckt hälst", aus welchen Gründen auch immer.

Dein Traum spricht auch "die Schulzeit an" und da verknüpfe ich die zwei Gedanken: In unserer Kindheit haben wir ein stärkeres Schutzbedürfnis als später, wenn wir gelernt haben mit eigenen und fremden Gefühlen umzugehen. Was von damals, das du immre noch beschützt oder unbewusst versuchst zu beschützen ist heute eher hinderlich? das DU das Geheimnis kennst (oder gehütet hast je nach dem) verweist mir der Schlüssel und der Brief...du öffnest ihn garnicht, weil wie du schreibst in deiner Traumschilderung ist dir "der Text/Inhalt bekannt". Du nimmst ihn entgegen...findest den Schlüssel wieder, der abhanden gekommen ist...könnte es sein, dass du dir jetzt etwas erschliesst, was dir eigentlich unbewusst bekannt ist, aber du dir nicht so bewusst gemacht hast? Ich meine das im Sinne von: Manchmal "kennen wir eine Situation" haben irgendwas erlebt, erzählen es reden darübr etc..."es war halt damals so und so"...und dann ganz plötzlich durch eine neue Perspektive, ein neuer Impuls "entdecken" wir etwas und es scheint uns wie Schuppen von den Augen zu fallen - ach, daran habe ich noch garnicht gedacht, daher kommt...- so in der Richtung meine ich das...die Schwester...was hat die für Eigenschaften? Kennst du wen, der sie hat? Könnten sie Dir selbst nützlich sein?

Das sind so meine Anregungen und Einfälle zu deinem Traumbild - keine Deutung, aber vielleicht fängst damit was an, ansonsten gilt "trash this".

LG!
Caterina
 

Re: Mantel

Beitragvon Dichterseele » 21.03.2014, 00:56

Wie der "abgefahrene" Bus symbolisiert eine Klinik vielleicht auch die Sorge, dass alles gut geht. Wie ich schon schrieb ist diese im Leben nur begrenzt sinnvoll. Wird schon schief gehen! :wink:

Der Bus war nicht abgefahren, er wartete noch...

Und nach dem Traum von der Kurklinik fühlte ich mich gesundheitlich beser - ich kenn diese Symbolik .-)
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Re: Mantel

Beitragvon Dichterseele » 21.03.2014, 01:00

Liebe (gelöschter User),

der leichte Wintermantel bedeutet tatsächlich Zuneigung / Freundschaft - und zwar vonseiten eines Mädchens (mit der ich zusammenarbeite), das in jener Gegend lebt, in der ich damals wohnte, als ich den Mantel real noch besaß.
Dichterseele
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