Konzertplanung--einen Abgrund runter stürzen

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Moderator: Mirakulix

Konzertplanung--einen Abgrund runter stürzen

Beitragvon dcbnewmexico » 06.01.2014, 04:42

Hallo,

hier etwas background info:
Seit einigen Jahren spiele ich Klavier in einem Ensemble. Die anderen 2 Mitglieder sind beides Sänger, beide Ärzte von Beruf. Sie sind verheiratet. Wir planen ein Konzert mit dem Titel "America"--das ist eines "meiner Projekte". (da wechseln wir uns öfters ab). Jedenfalls, bin ich gerade dabei, das Projekt etwas nach vorne zu puschen, möchte es bis Ende April auf die Bühne bringen, obwohl das v.a. auch für mich viel Arbeit bedeutet. Die Sopranistin ist grundsätzlich was Organisation angeht mehr in der 2ten Reihe. Was das Nervenkostüm auf der Bühne angeht sind die Sopranistin und ich eher ähnlich gestrickt, der Tenor liefert fast immer "perfekt" ab. Meine Nervosität ist allerdings professioneller kaschiert als die der Sopranistin.

Hier der Traum, zu dem mir aber ein paar Lücken fehlen.
Es ging um die Plakatgestaltung für das Programm "America!". Irgendwie sollten da quasi als Borte oben quer rüber lauter kleine Figuren von der Hüfte ab sein, alle im Arztkittel. Vom Tenor ging das feedback aus, dass ich dann gar nicht abgebildet sei. Das fand ich auch nicht gut, weil ich ein 20min Solo im Programm hab (ist reell so geplant), was also doch eine große Portion ist. Dann hatte ich die Idee, man könnte meinen Kopf in die Mitte auf eine der Ärztefiguren als Fotomontage setzen. Das fand ich sehr witzig.
Jetzt wollte ich, dass die Sopranistin rechts und links von der ganzen Männchenreihe etwas seitlich steht und was mit den Armen macht, so dass der Körper eine Kurve macht, die den anderen Männchen einen Rahmen macht. Jedenfalls sollte dazu ein Foto gemacht werden, aber sie hat nicht genau verstanden, was ich wollte. also hab ich es ihr gezeigt und mich mit ihr so hingestellt. Und zwar war jetzt diese Bande die Kante eines Erdrutsches, der an verschiedenen Stellen unterschiedlich abfiel. Rechts war es sehr steil, links eher flach. Z.T. fast stufig, so dass Tiere auf den Sandflächen standen.
Ich meine, ich wäre irgendwann im Raum links so nach unten gerutscht, und zwar so, dass ich flach auf dem Bauch, mit den Füßen nach unten rutschte, also oben den Halt verlor. Das war nicht beabsichtigt, aber da waren auch irgendwie diese Stufen mit den Tieren und jedenfalls war es nicht bedrohlich. Die ganze Stelle erinnere ich nicht mehr so gut.

Jedenfalls stand ich dann am linken Rand mit der Sopranistin, um sie zu animieren den Körper zu verbiegen und die Arme fröhlich in die Luft zu strecken usw. , um für das Foto zu posen und dann sind wir zusammen abgestürzt (allerdings eigentlich rechts, nämlich am Steilhang). Ich kannte das Gelände genau (die Sopranistin nicht), und hab sie fest umschlungen. Ich hab ihr erklärt, dass wir am Steilhang sind, es sei der sog. "Bison-Steig", weil da die Bisons auf Stufen stehen. Dann wurde mir klar, die Bisons sind weiter rechts und da wo wir runterfallen ist absolut kein Halt. Also hab ich der Sopranistin erklärt, dass wir nun sterben werden. Sie hatte richtig Angst und ich konnte die Hitze in ihrem Körper genau spüren (Das Gefühl hab ich jetzt auch noch, der Traum war schon ein paar Tage her). Ich war sehr rational (was ich aber in Wirklichkeit in echten Gefahrensituationen tatsächlich bin, das hab ich schon erlebt). Ich hatte sie fest umschlungen, um sie zu schützen.
Wir kamen dann unten an, aber ich erinnere mich nicht an irgendeinen Aufprall oder so. Es war eine Landschaft wie ein etwas ausgetrocknetes Flußbett, auch a bissl Wasser, aber eben mehr Trockenheit. Jedenfalls bin ich dann aufgestanden und nach links hinten zu einem Tisch gegangen und hab gesagt, dass ich jetzt echt schauen muss, dass ich pünktlich zur Arbeit komme. Danach gings dann noch irgendwie darum, aber das weiß ich nicht mehr richtig.

Ok. Den Traum hab ich erst jetzt gepostet, weil ich heute die Sopranistin getroffen hab und ihn ihr erstmal erzählt hab. Fazit: sie fühlt sich nicht von mir in das Programm reingestoßen, hat nicht das Gefühl, dass ich sie mit irgendetwas erdrücke, kann sich selber in dem Traum nicht sehen.

So, und wat nun?
Ist die Sopranistin im Traum vielleicht der Teil von mir, der das Konzert ausführen muss, und das agierende "ich" ist derjenige Teil von mir, der plant?? Kann das sein?
Bin ich dabei, mich einen Abgrund herunter zu stürzen? Danach geht's dann weiter mit dem Alltag nach dem Motto: abgehakt. ??? Natürlich frag ich mich, ob ich das Konzert machen soll? muss ja nicht... Der Tenor meinte noch, in Träumen macht man, was man im Verborgenen machen will. Will ich die Sopranistin runterstoßen????? Ich komm musikalisch und privat bestens mit ihr aus!
Oder geht's gar nicht um das Konzert???

Würd mich sehr über feedback freuen und bedank mich schon im Vorraus.
dcb
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Re: Konzertplanung--einen Abgrund runter stürzen

Beitragvon dcbnewmexico » 06.01.2014, 17:19

oh, sorry, das war schon vor 3 Tagen oder so; ich wollte es erstmal mit dem Ensemble besprechen, dachte, ich klär das erstmal ab.
dc b
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Re: Konzertplanung--einen Abgrund runter stürzen

Beitragvon dcbnewmexico » 06.01.2014, 17:29

die Stellen, die ich nicht mehr genau erinnere, die waren aber schon nach dem Traum diffus. Den Rest hab ich danach gleich so oft durchdacht, dass ich ihn immer noch genau weiß.
dcb
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Re: Konzertplanung--einen Abgrund runter stürzen

Beitragvon dcbnewmexico » 07.01.2014, 00:33

na ja,
erstmal danke für die Zeit!

Wenn es immer um Konfliktsituationen geht, dann ist die Frage nach dem Konzert schon auch ständig präsent. Weil es viel Arbeit ist, das vorzubereiten, und eigentlich bin ich motiviert, aber so richtig zünden tut's nicht, weil ich eben nicht weiß, ob ich mich mal wieder verrenn.... das ist ntl. grundsätzlich jeden Tag ein Problem, das so mitschwingt, zumal ich ja eigentlich schon die Zeit hätte, jetzt zu üben. Jetzt sind meine Ferein vorbei und so richtig vorwärts gekommen bin ich im Programm nicht. Später werd ich mir vorwerfen, warum ich diese Zeit nicht richtig genutzt hab...

Das Forum als Grund für eine Traumverarbeitung??? hmmm, darauf muß ich rumdenken.
Vielleicht kommen meine Komentare naiv rüber, weil ich so zufällig auf dieses Forum gestoßen bin, und das für mich total neu ist (überhaupt in einem Forum unterwegs zu sein--hab ich noch nie gemacht). Wahrscheinlich klingt das für Leute, die seit Jahren diese Tür zur Welt für sich geöffnet haben dann sehr ein-dimensional. Sorry. "Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne", so hab ich halt geschwelgt und war betroffen, dass es da plötzlich Unstimmigkeiten gab...

Vielleicht, denk ich mittlerweile, geht's in meinem Traum auch insgesamt um die Frage nach meiner Berufswahl. Das kann schon sein, dass der Teil von mir, der sich wünscht, "was g'scheits" gemacht zu haben, sprich die Ärztin, jetzt endlich sterben muss, damit ich da sein kann, wo ich wirklich bin. Mit dem Thema hab ich mich auch beschäftigt, glaube sogar am 2.Jan hab ich dazu was gelesen... Als kleines Kind wollte ich immer "Ärzterin" werden... was dann zum Zeitpunkt der Berufswahl völlig absurd gewesen wäre (Biologie mit ner 5 abgewählt...) Und jetzt hab ich dieses Ärzteehepaar in meienem Ensemble, die ständig riesige Urlaube machen und alles so "rund" machen.... ???

Ich weiß halt nicht, ib ich nicht viel zu nah an der Wirklichkeit klebe. Vielleicht übersehe ich wichtige Symbole. Deshalb bin ich wirklich dankbar, Ideen von Leuten zu bekommen, die sich mit Traumdeutung schon mehr beschäftigt haben.
danke und lg,
dcb
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Re: Konzertplanung--einen Abgrund runter stürzen

Beitragvon dcbnewmexico » 07.01.2014, 02:29

ah, also, vor deinem feedback zu diesem Traum, hatte überhaupt nur eine Person meine Träume analysiert, crank. Du meinst, das sei die Sopranistin?

Der Aspekt, dass ich an der Körperhaltung rumnörgel ist mir noch nicht gekommen. Also, im Traum war das so, dass ich ein Bild im Kopf hatte, wie ich dieses Foto fürs Programm haben wollte und dann habe ich es der Sopranistin gezeigt, wie sie posen soll. Sie hat nicht selber was gemacht, und ich hätt's kritisiert, sondern sie hat sich so hingestellt, dass meine Idee vom Design verwirklicht wird.

Also, wenn ich dass auf Traumdeutung beziehe, hieße das: ich sage dem Deuter erst, was ich hören will und beeinflusse dann, dass es so kommt und dabei stürzen beide ab. Allerdings habe ich eigentlich genau deshalb meine eigenen Ideen (sofern ich überhaupt irgendwelche hatte) erstmal zurückgehalten, um nix zu beeinflussen. Dann kam von crank ein Ansatz zurück, an den ich nie gedacht hätte, der dann aber plötzlich sehr viel Sinn ergab.

LG, dcb
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Re: Konzertplanung--einen Abgrund runter stürzen

Beitragvon Crank » 09.01.2014, 20:41

Hi Dani,

hatte mich da erst mal rausgehalten, weil nicht durchgeblickt, wie in PN geschrieben. In dieser hatte ich auch schon die Ahnung, dass hier ca. 3 Sachen vermischt wurden im Traum. Anhand der Deutungen und Deiner Vermutungen kann ich das jetzt vielleicht etwas erhellen.

1. Deine Lebenssituation. Hier stehst Du wieder am Abgrund, am vertrockneten Flussbett nach dem Sommer. Wo Du unvermeidlich hineinfällst, es aber nicht weh tut. Der Herbst des Lebens wieder? Es wird Regen geben? Das muss ja nicht schlecht sein, dann gibt es Pilze.

2. Die Männer. Der Bison als Symbol des Männlichen, Animalischen? Du sehnst Dich vielleicht danach, am Abhang des Herbstes von einer starken Männerhand aufgefangen zu werden? Und die anderen Tiere auf den niederen Ebenen? Meinst Du, Du würdest Dich ins Spirituelle erheben und das Animalische verschwinden?

3. Die Ärzte. Ob die nun was Anständiges geworden sind - sei dahingestellt. Nachdem was ich weiß, wäre Dein Leben ohne Schwerpunkt Musik verloren gewesen. Die beiden stehen nun finanziell und dem Doktortitel nach auf einer höheren Ebene. Du hast vielleicht Angst, auf eine niedere Ebene zu fallen, wenn Du "ungerechtfertigterweise" den Hut auf hast bei der Musik. Du kannst Musik besser, die können Medizin besser.

4. Geben und nehmen. Die Ärzte musizieren gern und freiwillig mit Dir. So wie die Deuter Deine und andere Träume bearbeiten. Das ist gewiss kein zwanghaftes Verhalten! Ein Kumpel von mir hat es auch nicht kapiert. Ihn benutzen andere Menschen angeblich immer nur. Ja, so ist die menschliche Wechselwirkung im Normalfall. Der eine nutzt dem anderen - und umgekehrt oder wechselnd. Deine Sorge, zuviel zu nehmen kann vermutlich real schon mal nervig werden. Ist sie aber doch ein schöner und (un?-)bewusster Gegenpol zur heutigen Rücksichtlosigkeit und entsprechendem Egoismus. Nur, wie überall - alles im rechten Maße ist bekömmlich. Zuviel des Guten, zuviel der Sorge, vielleicht.

5. der Punkt 4 spiegelt eventuell auch grundsätzliche Überlegungen zum Forum wieder. Und ja, man merkt, dass es Dein erstes Forum ist! :)

Der Bisons bin ich mir nicht so sicher. Was sind sie für Dich? Gut? Bedrohlich? Ein saftiges Steak wohl nicht! Und wer sich sicher wähnt, einen Abgrund auf Bisons zu stürzen - willst Du aufgespießt werden? :lol:

LG,
Frank
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Re: Konzertplanung--einen Abgrund runter stürzen

Beitragvon dcbnewmexico » 09.01.2014, 21:30

Hi crank,
danke für deine Zeit!

die Bisons--was sind die. Männlich, das ist vielleicht auch nicht ganz falsch, weil ich immer in dem Konflikt steh: Irgendwann hört mein "Gewurschtel" auf und ein starker Mann kommt, und der sichert mich ab, emotional und finanziell..., und dann denk ich wieder: das würde ich gar nicht zulassen, weil ich dann immer das Gefühl hätte, dass ich es alleine nicht geschafft hab.... obwohl ich mir dieses Gefühl auch irgendwie schon zugestanden hab... ja so blöd kann man sein...

Die Bisons, diese Tiere kenne ich real aus Amerika (wo ich 15Jahre lang gelebt hab), und das Programm für das ich im Traum den flyer gebastelt habe heißt ja auch "America!", und das machen wir ja wirklich auch im realen Leben. da ist die Verbindung nicht so weit. Ich mein sogar, auf der anderen Seite waren mehr so Alpentiere (Steinböcke vielleicht), was ja zu meinem jetzigen Leben passen würde. Im Traum bin ich zwischen den beiden runter gefallen....vielleicht geht's ja auch darum...???

Bisons sind sehr ruhig, sehr gelassen, ja männlich, genügsam und sehr schwer. Drum wurde mir auch klar, dass sie von dem Hang gar nicht gehalten werden können. Die Idee im Traum war, dass wenn das, wo wir gerade sind, der "Bison Steig" ist, wie ich genannt hatte im Traum, dann müßten da diese Ebenen, diese Stufen im Hang sein, die groß genug sind, die Bisons zu tragen. Da würde man selber dann auch zum Stoppen kommen und nicht ganz runter fallen. Die Bisons selber, die haben sich nicht nach uns rumgedreht. Andere Tiere auch nicht. Die sind alle für sich mit ihrem eigenen "Sein" beschäftigt, grasen so vor sich hin und kriegen nichts mit. Strahlen Ruhe aus.

Denke immer mehr, es geht wirklich darum, meinen eigenen Weg zwischen Bisons und Steinböcken zu finden, und wenn ich da ankomm, geh ich zur Arbeit, dann geht der Alltag weiter. Mein Alltag.

Das ist ntl auch die Herausforderung bei dem Konzert, real betrachtet: da hab ich schon meine Ideen, was ich unter "America" verstehe, aber die anderen 2 im Ensemble ntl auch, und nur weil die nicht solange dort gelebt haben, sind ihre Ideen genauso wichtig für das Konzert. Ich denke sogar, dass ihre Ansichten mit denen des Publikums eher übereinstimmen als meine, so dass ich bereit bin, da auch weitgehends nicht viel zu sagen. Nur, bestimmte Teile trage ich bei, die entspringen dann schon meinem Verständnis. Jedes Programm ist aber immer ein Tauziehen, bei dem man sich gegenseitig findet, und dadurch hoffentlich auch zum Publikum einen Weg bahnt...

na ja, hoffentlich kriegen wir es bis Anfang Mai hin, mal schaun, was bis dahin noch kommt...
LG, dani
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