neulich träumte ich davon, dass ich auf dem weg von einer freundin nach hause fuhr. dadurch musste ich zuerst über den hauptbahnhof gelsenkirchen. als ich die rolltreppe runter ging, lag auf der straße ein kahlrasierter toter mensch. die hellgrünen augen waren weit aufgerissen, der mund halb offen, die person schien mir fremd und doch so vertraut. alle menschen gingen an den toten vorbei als würden sie ihn nicht sehen. als ich im traum auf die knie fiel, wachte ich abrupt auf!
die katze einer freundin konnte mich gott sei dank etwas beruhigen, sonst hätte ich die halbe nacht lang wohl wach gelegen. aber was hat dies alles zu bedeuten? der tote am gelsenkirchener hbf, die leute die daran vorbei gingen, die vertrauten hellgrünen augen? ich bitte euch um rat!
Marizza90 hat geschrieben: ... hauptbahnhof gelsenkirchen. als ich die rolltreppe runter ging, lag auf der straße ein kahlrasierter toter mensch.
Ich muß leider raten: Der Tote könnte für das Ende einer Beziehungsphase (oder einer sonstigen Phase) stehen. Die grünen Augen kommen dir sehr bekannt vor, der Mensch (der im Traum für diesen Lebensabschnitt steht) ist dir also sehr bekannt. Diese Phase ist nun aber beendet, "der Zopf ist ab", der Schädel somit kahl. Oder ist mit "Mensch" etwa "Mönch" gemeint? Eine beendete Phase in einer buddhistischen/hinduistischen Glaubensgemeinschaft? Ein kahlrasierter Bettelmönch (auf der Straße)?
Ich tappe wirklich im Dunkeln, hilf mir bitte weiter!
Xephyr
:Sol: in 23° isces: : :Luna: in 6° :Sagittarius: : dies :Martis: : Anno IVxix era novis
Marizza90 hat geschrieben: ... hauptbahnhof gelsenkirchen. als ich die rolltreppe runter ging, lag auf der straße ein kahlrasierter toter mensch.
Ich muß leider raten: Der Tote könnte für das Ende einer Beziehungsphase (oder einer sonstigen Phase) stehen. Die grünen Augen kommen dir sehr bekannt vor, der Mensch (der im Traum für diesen Lebensabschnitt steht) ist dir also sehr bekannt. Diese Phase ist nun aber beendet, "der Zopf ist ab", der Schädel somit kahl. Oder ist mit "Mensch" etwa "Mönch" gemeint? Eine beendete Phase in einer buddhistischen/hinduistischen Glaubensgemeinschaft? Ein kahlrasierter Bettelmönch (auf der Straße)?
Ich tappe wirklich im Dunkeln, hilf mir bitte weiter!
Xephyr
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der mensch, war jedenfalls kein mönch, sondern irgendein einwohner ohne jegliche andeutung auf identität, anatomie und geschlechtszugehörigkeit. er/sie/es trug einfach nur braune kleidung, braune turnschuhe, braune jacke. der mensch lag mit dem bauch auf dem boden und dem kopf zur seite geneigt, so dass er mich direkt anschauen konnte. das gesicht war mehr oder weniger zart, die lippen voll, die augen klein, hellgrün und weit aufgerissen. die augen waren das einzigst bekannte an dem toten, sonst kannte ich die verstorbene person eig gar nicht. ich bin momentan auch nicht in einer beziehung oder hänge an jemanden. im moment verspüre ich keinerlei sehnsüchte die in der richtung liebe oder dem sexualtrieb gehen. was romantik und kitsch betrifft, lässt mich das momentan ziemlich kalt.
du befindest dich im Traum also auf der Verbindungsstrecke zwischen dieser Freundin und deinem Zuhause. Nur deshalb kommst du überhaupt an diesem Bahnhof vorbei, es ist der einzige Grund. Das Zuhause stellt im Traum normalerweise den Ort da, wo du ganz du selbst bist, wo du dich wohlfühlst und alles stimmt, mindestens aber gibt er an, wo du dich im Moment seelisch und körperlich befindest. Der Ort deiner Freundin steht dagegen für ihre speziellen Eigenschaften und es erscheint klar, daß es zwischen dem Ort "Zuhause" (dein Selbst) und dem Ort "Freundin" (Symbol für ihre speziellen Eigenschaften) eine Diskrepanz gibt. Und genau diese Diskrepanz findest du, als Traumsymbol, auf der Straße, dort, auf jener Strecke, die euch beide verbindet, dort, an diesem Bahnhof! Und diese Verbindungsstrecke selbst steht dann natürlich im übertragenen Sinne für die Verbindung zwischen dir und deiner Freundin. Und da ist offensichtlich etwas gestorben! Die Frage ist zunächst, was das ist, das da gestorben ist. Gestorben ist womöglich die natürliche Sinnlichkeit, denn die Farbe braun (als Farbe der Erde) steht oft genau dafür. Aber auch die Zartheit, die Sinnlichkeit der Lippen, mithin der Eros, ist der Starre des Todes, also Thanatos, gewichen. Diese Todesstarre starrt dich nun mit dir gut bekannten Augen an. Und das bedeutet, daß du das schon kennst, das hast du schon (mindestens) einmal erlebt, du kennst diesen Blick - und du weißt genau was er bedeutet. Allerdings hast du nun geschrieben, daß du im Moment weder verliebt noch sonstwie emotional sehnsüchtig bist. Dieser Umstand legt die Vermutung nahe, daß diese Freundin vielleicht genau jenen Teil von dir darstellt, der (früher) einmal über die Qualität dieser Emotionalität verfügt hat. Also Eros. Dann wäre diese Leiche allerdings nichts anderes als die Diskrepanz zwischen der verliebten und lebenslustigen, der warmen und sinnlichen - und der heutigen, der "momentan ziemlich kalten" Marrizza.
Und du hast ja noch mehr geträumt, denn: "Alle Menschen gingen an dem Toten vorbei, als würden sie ihn nicht sehen. Als ich im Traum auf die Knie fiel, wachte ich abrupt auf." Und was das bedeutet, liegt auf der Hand, nämlich hinsehen! Sich um dieses Wesen kümmern und ihm erneut Leben einhauchen! Der Frühling erscheint mir da als ein ganz besonders günstiger Zeitpunkt, um das zu bewerkstelligen. Vielleicht hat auch dein Traum genau diese Chance erkannt - und gibt dir einen Anstoß!
Xephyr
Sol in 25° Pisces : Luna in 29° Sagittarius : dies Iovis : Anno IVxix era novis
Bei dem Toten könnte es sich um eine sog. "Traumverdichtung" handeln, d.h. eine "Mischperson", in der die Merkmale mindestens zweier Personen miteinander "verschmolzen" sind.
Vermutlich sind diverse Trennungsängste für den Traum ursächlich, ein Wunsch nach Veränderung (und der gleichzeitigen Angst davor) ...